Länderprofile

Länderprofil Schweden

Im Jahre 1995 trat Schweden der Europäischen Union bei. Es bietet deutschen Unternehmen somit guten Marktzugang, einen stabilen und investitionsfreundlichen Markt und verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. Der Energiemarkt wurde 1996 liberalisiert. Dennoch wird der schwedische Strommarkt weiterhin von großen Unternehmen dominiert.

Technologie: Bioenergie, Solarenergie, Wasserkraft, Windenergie, Geothermie Stand: 28.11.2016
Zielmarkt: Schweden
Zielregion: Nordwesteuropa, EU
Cover der Publikation
© enviacon/ adelphi

Der Anteil der erneuerbaren Energien (EE) am Bruttoendenergieverbrauch lag 2014 bei 53%. Die schwedische Regierung erklärte im Juni 2016 zum Ziel, bis 2040 die Stromproduktion zu 100% durch EE zu bewerkstelligen. Gleichzeitig sprach sie sich dafür aus, vor allem die Technologien zu Wind-, Solar- und Wasserkraft sowie Bioenergie zu fördern. Der Ausbau von EE wird hauptsächlich mittels Zertifikathandelssystem, Steuerregulationen und Subventionen gefördert.

Zukünftige Marktchancen für deutsche Unternehmen ergeben sich insbesondere bei Wasserkraft bei der Modernisierung der Anlagen, da diese zum Großteil aus den 1950ern und 1980ern stammen. Auch der Bau von Windparks bleibt interessant. So eignen sich 5.871 km² der Landes- und 3.856 km² der Meeresfläche für die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) mit Windgeschwindigkeiten über 6,5 m/s auf 71 m Höhe. Einheimische Turbinenhersteller existieren bisher nicht. Die Nutzung von PV und Geothermie erfolgt insbesondere in Form von kleinen Anlagen, da deren Nutzung durch die oben beschriebenen Fördersysteme angereizt wird. Ferner bietet die Ausstattung von Landwirtschaftsbetrieben mit Biogas- und PV-Anlagen Chancen. Biogas wird zudem im schwedischen Transportwesen immer wichtiger, da die fossilen Brennstoffe langfristig ersetzt werden sollen. Dementsprechend sind Steuervorteile für Biogaskraftstoffe und teilweise kostenlose Parkmöglichkeiten verfügbar. So sind zahlreiche schwedische Unternehmen im Bereich Biogasproduktion entstanden.

Bezüglich der Energieeffizienz werden mehrere Schwerpunkte in Schweden gelegt. Einerseits sollen strengere Baurichtlinien die Gebäudeeffizienz steigern. Andererseits sollen Netzverluste verringert werden und die Auslastung des Stromnetzes gleichmäßiger erfolgen.