Marktnachrichten
17.09.2015

Chile: Positive Entwicklungen für PV-Freiflächen- und –Eigenverbrauchsanlagen

Nationalflagge Chile

Wie im September 2015 bekannt wurde, wird in der Atacama-Wüste in Chile in Kürze der Bau des bis dato größten Photovoltaik-Projekts in Lateinamerika beginnen. Die Anlage wird eine installierte Kapazität von 247 MW aufweisen und den Betrieb voraussichtlich 2017 aufnehmen. Mit der Anlage sollen ab 2018 jährlich schätzungsweise 505 GWh erneuerbaren Stroms an örtliche Verteilungsunternehmen geliefert werden. Das Projekt verdeutlicht die nach wie vor positive Entwicklung für Photovoltaik in Chile. Ende August 2015 waren bereits 553 MW PV-Freiflächenanlagen in Betrieb, 1.841 MW im Bau und mehr als 10.000 MW im Genehmigungsprozess, wobei diese Projekte weder auf staatliche Subventionen noch auf Förderprogramme zurückgreifen.

Um auch das Marktsegment Eigenverbrauch weiter voranzutreiben, hat das chilenische Energieministerium 2014 ein staatliches Solardachprogramm für öffentliche Gebäude (Programa Techos Solares Públicos) eingeführt, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt wird. Die einzelnen Solardach-Projekte werden öffentlich ausgeschrieben, wobei die Teilnahme seit September 2015 internationalen Unternehmen mit nachweisbaren Aufdach-Montageerfahrungen offen steht. 2015 sind zehn Ausschreibungsrunden vorgesehen. Für das Solardachprogramm wurden durch die chilenische Regierung mehr als 13 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt, um bis 2018 in verschiedenen chilenischen Städten bis zu 300 PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden zu installieren. Diese sollen als Demonstrationsprojekte dienen, um die Nachfrage nach PV-Anlagen für den Eigenverbrauch zu stimulieren. Es ist in Chile generell möglich, PV-Aufdachanlagen mit einer Kapazität bis zu 100 kW für den Eigenverbrauch zu installieren und den überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen.

Chile wird von Analysten als einer der wichtigsten PV-Märkte Lateinamerikas gewertet. Ende Juli 2013 waren in dem Land 17.745 MW Stromerzeugungskapazitäten installiert, wovon 1.035 MW durch erneuerbare Energien und 3,5 MW von Photovoltaik gestellt wurden. Im September 2013 beschloss die chilenische Regierung, den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix auf 20% bis 2020 von ursprünglich 10% bis zum selben Jahr zu erhöhen (vgl. Marktnachricht vom 16.09.2013). Die Langzeitstrategie der Regierung sieht bis zum Jahr 2020 außerdem den Zubau von 8.000 MW Stromerzeugungskapazitäten vor.

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